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wall < "*schrubb*"

Broadcast message from spillerm@unixe.de (pts/1) (Fr Dez 05 19:22:44 2008):
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Diesen Beitrag schrieb ich vor 10 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

Was ist das: nicht sonderlich gross, in eine schwarze Jacke gehüllt, mit derben Schuhen an den Füssen, einem Fleck im Gesicht und blau-grauen Händen?

Richtig, die localwurst, die ihr Auto in Ordnung bringt.

Mein kleiner armer Astra hat im kommenden Jahr gleich zwei Jubiläen zu feiern: zum einen muss er über den TÜV, zum anderen wird er volljährig. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Radkästen unansehnlich sind — die kleinen Parkrempler vom Vorbesitzer äussern sich trotz von ihm meisterhaft angewandtem Lackstift nun in scheusslichen Rostflecken.

In meiner allerliebsten Werkstatt haben sie ein Eckchen für mich freigeräumt, so dass ich dem Rost zu Leibe rücken und dabei trotzdem trocken stehen kann; hier fühle ich mich wohl, ein altes Radio dudelt, in der Luft tausend Gerüche, nach Öl, nach Benzin, nach Lacken, viele undefinierbare. (Warum bin ich eigentlich damals von der Idee abgekommen, KFZ-Mechaniker zu werden?)

Scheffe zeigt sich begeistert: offenbar stelle ich mich lang nicht so begriffsstutzig an, wie er befüchtet hatte. Schicht für Schicht schwindet, und der rechte Radkasten sieht schon gar nicht mehr so schlimm aus. Der linke ist übler, und schnell wird klar: von Hand schrubbe ich da die nächsten vier Wochen dran herum. Also bringen die Jungs mir kurzerhand den richtigen Umgang mit der Flex bei und siehe da — das geht viel schneller.

Und so stehe ich inmitten des Funkenregens und kümmere mich um mein liebes kleines Opelchen; und ich habe meine Angst vor der Flex überwunden, was ohnehin viel wert ist — die kann man immer mal brauchen. Die Blaumänner amüsieren sich köstlich: ich sehe mit Kapuze aus wie ein Wichtel (Angst um mein Haar, die Funken), und wenn sie das Auto auf der Hebebühne in optimaler Arbeitshöhe haben passe ich darunter — ohne den Kopf einziehen zu müssen.

Die Frage »Auch mal schweissen?« fasse ich zuerst als Scherz auf, aber es ist keiner; nach etwas Überwindung versuche ich mich dann am Anschweissen zweier Bleche, und nach Aussagen der Fachleute nicht einmal schlecht.

Geschweisst, versäubert, verspachtelt: die Arbeit von drei Abenden. Jetzt muss noch geschliffen und lackiert werden, entweder am Wochenende oder am Montag. Ich habe viel dazugelernt, und ich hab riesigen Spass an dieser Arbeit — sich hemmungslos dreckig machen, in irgendwelchen alten Klamotten rumrutschen, Krach und Metall und riesige Werkzeuge. Irgendwann bekomm ich doch noch mein altes Käferchen zum Rumschrauben, das hoffe ich zumindest :D

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  1. Im Autohaus hätte man gefragt. „Auch mal ein Neues?“ Aber Schweissen ist doch gar nicht so übel. Hauptsache das Auto bekommt TÜF und fährt einen von A nach B

  2. schweissen: autogen, nuja hab ich noch nicht so richtig gemacht (nur sehr kleines gerätchen) schutzgas: leider garnicht und elektroden: ich kleb immer alles mit Schlacke zusammen, es eisen befindet sich mal rechts, mal an der linken spaltseite. Noch fragen? *G*

  3. Hallo,

    ich frage ja schonmal, ob sie noch mit rauf kommen will, meinen XEmacs angucken. Der Automechaniker fragt also ‚Auch mal schweissen?‘. Interessant, muss ich mir merken. Variation ist ja gut ;).

    Gruesse

  4. Da sind dann wohl alle Menschen gleich.
    Glpcklich wenn sie sich hemmungslos im Dreck suhlen können :)

    Viel Spass noch

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