wall < "Spießrutenlauf"

Broadcast message from spillerm@unixe.de (pts/1) (Mi Feb 09 19:46:15 2011):
4
Diesen Beitrag schrieb ich vor 8 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

Ich verbringe derzeit viel Zeit bei Ärzten, zuviel Zeit. Zeit in Wartezimmern und auf langen, tristen Fluren, Zeit im Auto auf den Wegen in Kliniken und zu Praxen; Zeit, bis endlich Ergebnisse da sind. Wer sich vielleicht wunderte, weshalb ich hier schlagartig so schweigsam wurde: das ist der Grund. Denn habe ich das Tagespensum einschließlich enervierender Termine endlich geschafft, dann gibt es nur noch eines für mich: ins Bett fallen und schlafen.

Die Ärzte indes sind ein in sich gekehrter und seltsamer Haufen; offenbar ist es Aufgabe des Patienten, alle behandelnden Ärzte mit Informationen zu füttern, Befunde zu faxen, Befunde anzufordern und in Frage zu stellen. Hier nimmt mir niemand das Denken ab, im Gegenteil: oftmals wurde ich in den letzten Wochen sehr diffus beraten, Arztberichte waren teilweise falsch oder unvollständig. Als Patient, so scheint es mir, hat man schlicht verloren, und ich frage mich, wie ältere Leutchen das hinbekommen — die mit den schlimmen Diagnosen und den ernsthaften Gebrechen.

Doch ich wehre mich: gegen schwachsinnige Diagnosen, gegen fehlerhafte Medikation, gegen unnütze Termine und unglaubliche Wartezeiten; und schon das Gefühl, nicht jeden Unsinn klaglos hingenommen zu haben, hilft. Ich versuche, mich auf meine Intuition zu verlassen, die mich, wenn ich ehrlich bin, noch nie auf den Arm genommen hat (eng wird es bei mir immer dann, wenn ich meine, mit aller Gewalt den Verstand zuschalten zu müssen — da kommt dann nur Bullshit raus): nach Gefühl handeln, Termine absagen, Medikamente ablehnen, Behandlungen ausschlagen. Aber es bleibt anstrengend, es ist schwierig, und ein gewisses Maß an Unsicherheit ist inzwischen mein ständiger Begleiter.

Deshalb, Ihr Lieben da draußen: drückt der localwurst mal ganz arg die Daumen. Die kann das gerade gut gebrauchen!

4
  1. Na das klingt interessant :) Und irgendwie spannend :D Ich hoffe meine digitale Depesche ist angekommen? ;D

  2. Ihr seid phantastische Daumendrücker, und auch wenn ich erstmal krank geschrieben bin, scheinen Eure blauen Daumen sich auszuzahlen – danke dafür!

    Ich halte Euch weiter auf dem laufenden – und Eure Kommentare muntern echt auf :D

  3. Martin broetchen Schuhmacher

    meine Daumen sind ganz blau angelaufen vor lauter druecken, was kann ich denn dagegen tun? undja, die halbgoetter in weis sind komisch. Hatte da einen, dem ich mein X-Ray-Bild interpretieren musste. ja richtig, ich ->wissen-> Dr. weiss. Gott

  4. Auch von Mir hier nochmal alles guteste! Ich hab zZt leider nich den Nerv aufs Mails zu antworten :-(

  5. Hallo armes Würstchen!
    Renne auch seit Wochen von einer Untersuchung zur nächsten, und wanke auch ständig zwischen Panik und Ärger. Ich halte dir alle mir zur Verfügung stehenden Daumen (ganz egal ob der Besitzer dieses Daumens ihn gerade braucht oder nicht).
    Alles Liebe und Gute aus Wien

  6. Ich drücke, ganz entsetzlich fest! :)

  7. ich drücke auch, wie verrückt. krank kann man ja nicht gebrauchen, weiss ich auch mittlerweile ^^. alles liebe von hier nach gar-nicht-so-weit-weg!

  8. Daumen drücken. Aye. Ab jetzt.

  9. Ich wünsch dir viel Glück, und alles Gute…

Keine weitere Reaktionen mehr möglich.