... weil es mich anmacht!

... weil es mich anmacht!

Diesen Beitrag schrieb ich 13 Jahre zuvor; die nachfolgenden Ausführungen müssen heute nicht unbedingt noch genau so funktionieren. Behalte das beim Lesen (und vor allem: beim Nachmachen!) bitte stets im Hinterkopf.

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Sie sah so unschuldig aus, die Kiste mit dem Midi-Tower, die da in der Büroecke stand und deren Inhalt auf baldiges Setup hoffte. Mein Kollege war so nett, sich des Auspackens und Umherschleppens der Maschine annehmen zu wollen, und begab sich auf die Suche nach $SCHARFEM_GEGENSTAND, um die endlosen Kilometer rot leuchtendes Klebeband, die den arg ramponierten Karton als solchen zusammenhielten, zu durchtrennen. Wie sich herausstellte, war das unnötig: offenbar hatte das Klebeband nur für die Oberseite gereicht, nach unten hin war der Karton praktisch offen. Das hätte uns deutlich machen sollen, auf was wir uns da einließen. Hätte!

Die Slotbleche hatten den Transport nicht an Ort und Stelle überdauert und hingen à la „Siemens Lufthaken“ auf den Kontakten der Graphikkarte; vorm ersten Einschalten also aufschrauben, bei der Gelegenheit alle Stecker, CPUs und RAM auf richtigen Sitz überprüfen. Nach Lösen der beiden Gehäuseschrauben platzt die Seitenwand geradezu vom restlichen Gehäuse ab – schuld ist ein zu unförmiger S-ATA-Stecker, also auch noch Kabel tauschen. Tastatur, Maus und Monitor sind schnell gefunden, Verblüffung beim Booten der Maschine: was braucht die so lange? Zwei Quad-Xeons, nichts besonderes also, unspektakuläre Menge an RAM, aber drei Minuten sind trotzdem zu lang. Das verzweifelte Gebaren meines Kollegen: der Netzwerkstecker passt nicht. Verursacher: eine unsachgemäß angebrachte Blende, was sich aber ohnehin als irrelevant erweist, denn für das Onboard-Ethernet hat Ubuntu überhaupt keine Treiber. Also fix eine alte 3Com eingebaut, und voilà – äh – nun hängt die Kiste im BIOS. Warten. Warten. Tut sich nichts? Reset betätigen – Mist, nun ist der Reset-Schalter mit einem unschönen Geräusch im Innern des Gehäuses verschwunden. Dann festzustellen, dass das falsche, nämlich ein 32bit-System, installiert ist, überraschte wenig; bei Neuinstallation fiel dann auch noch die Fronttür der Maschine ab, und unter Last klingt sie wie ein schlecht gelaunter Staubsauger.

Wie viel angenehmer sind da die beiden MacPros meiner Kollegen! Still und leise, auch unter Last, und zudem voller Power – da sitzt der Admin vorm SystemProfiler und sabbert neidisch vor sich hin. Die Frage „was starrst du da an?“ ist leicht zu beantworten: die Specs! Was dazu führte, dass man mir SystemProfiler-Screenshots nur noch zensiert zur Verfügung stellte – wohl aus Angst, ich würde sonst den Rest des Tages nichts mehr arbeiten.

Update: unter den Zensurbalken befand sich zum Zeitpunkt des Screenshots noch die Angabe „24GB“, inzwischen steht da „32GB“ – und mal ganz ehrlich, das ist doch schon sehr sexy, oder?