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wall < "Wie war Dein Tag?"

Broadcast message from spillerm@unixe.de (pts/1) (Mi Jan 23 19:57:42 2008):
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Diesen Beitrag schrieb ich vor 11 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

5h31

Der Wecker piepst. Er tut das jeden Morgen, und ich bin es leid; es ist kalt. Ich bin müde. Und mein Wecker piepst. Ich haue ihm auf den Kopf, und es herrscht Stille. Himmlische Stille, und ich rolle mich fester in meine Decke und versuche an etwas Nettes zu denken, während ich schon wieder selig wegdämmere…

5h41

Mein Wecker piepst. Er lebt nicht mehr lange, scheint mir, denn diesmal fliegt er in hohem Bogen ausser Reichweite. Stille. Weitere zehn Minuten, nicht mehr ganz so idyllisch, denn die Miez reagiert auf das morgendliche synthetische Quäken mit Unmut, den sie ihrerseits durch weniger synthetisches, aber dennoch enervierendes Quäken kundtut. Dieses wird alsbald übertönt — was ist das? Raketen, die pfeifend in die Luft steigen, jubelnd und mit lautem Getöse zerbersten, und die applaudierende Menge, die dieses phantastische Feuerwerk bestaunt…

Argh! Der MP3-Wecker! Vorbespielt mit vierzehn verschieden schmerzhaften Soundfiles steht er am anderen Ende des Raumes, eingestellt auf volle Lautstärke — um den abzustellen muss ich aufstehen. Oder die Raketen eine Minute lang ertragen. Also haue ich so lange neben mich, bis ich endlich den kleinen Lichtschalter treffe, und stemme mich hoch.

Hallo Tag. Hier bin ich.
Ich hasse Dich jetzt schon.

Die Runde führt die Treppe hinunter, in die Küche (Senseo anschalten, Tasse steht schon da), ins Bad (kaltes Wasser en masse), wieder hoch in die Küche (Kaffeepad einlegen, Kaffee brauen, Milch neben die Tasse schütten, fluchen, Lappen suchen, nicht finden, frischen Lappen aus dem Schrank holen, Feldmaus im Schrank entdecken, Mäusegift holen, Näpfchen mit Gift verteilen; vergessen, dass ich ursprünglich bloss Kaffee trinken wollte) und von hier aus in den ersten Stock, Nachrichten gucken und wachwerden. Und spätestens um 6h45 im Auto sitzen.

7h15

Ich lungere auf den Stufen vor der Praxis herum, der Trainer verspätet sich. Ich könnte glatt im Sitzen schlafen und kann mir kaum vorstellen, in ein paar Minuten Trimmrad fahren zu müssen. Und doch kommt es genau so — 2,3km in fünf Minuten, Tendenz steigend, und ich glaube das schaffe ich nur, weil mein Körper aufgrund andauernden Gähnens absolut phantastisch mit Sauerstoff versorgt ist.

8h15

Ich habe Gewichte gezogen, gestemmt, gehoben — alles im Bereich des medizinisch Sinnvollen, versteht sich — ich bin nochmal Trimmrad gefahren, habe mich umgezogen, bin zur Firma gefahren und sitze nun hier am Platz; ausser mir ist noch niemand da, und ich beantworte schon einmal die wichtigsten Tickets, arbeite die systemseitigen Geschehnisse der Nacht auf…

14 Uhr 15

Arbeitstag ist Tag des Grauens. Um mich abzureagieren haue ich in der Mittagspause ab um einen Geocache zu suchen, doch — oh Schreck, die Koordinaten muss ich mir auf dem städtischen Friedhof zusammensuchen, und so laufe beinahe in eine 15h00-Beerdigungsgesellschaft rein, mit Stift in der Hand und GPS um den Hals. Einen von zwei Caches finde ich, dann flüchte ich vor den traurigen Menschen in schwarz.

15h00

Ich sitze wieder an meinem Platz. Leider kann ich nicht bloggen, weshalb ich am Rande des Wahnsinns taumle, aber als Sysadmin muss ich das ggf. auch garnicht und werde dennoch verstanden.

17h30

Endlich Feierabend! Die Heimfahrt führt mich zu Albrechts Feinkostladen, ich darf hinter einem Renter her tuckern, der alle Geschwindigkeitsbegrenzungen um etwa 70% unterschreitet, hinter einem polnischen Kleintransporter, der zwar rast (sympathischer!), aber dabei die Nebelschlussleuchte anhat (wovon ich blind werde). Daheim angekommen stelle ich fest, dass mein Freund Schornsteinfeger, dem ich heute morgen erst das Band vollgeschwafelt habe (»Ich bin berufstätig, weshalb Sie mich heute nicht um 14h00 zu Hause antreffen werden.«) mir einen Zettel hinterlassen hat (»Ich war um 14h00 bei Ihnen und habe Sie nicht angetroffen.«). Grrrrrr.

20h00

Ich pfriemle an meinem Blog herum, höre Musik und schütte Orangenwasser in mich hinein. Ich hab Hunger, aber Kochen übersteigt meine Kräfte für heute; ausserdem muss ich noch duschen und Tasche packen (morgen Abend geht’s auf Photo-Safari, hurra!) und — auch morgen wird der Wecker wieder piepsen.

Und wie war Dein Tag?

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  1. Harter Tag und Sport zu unchristlichen Zeiten ;-)

  2. Hallo,

    wie mein Tag war?

    Kurz vor 7 Uhr: Mein Wecker wuerde klingeln. Tut aber nicht. Der klingelt nur, wenn ich mal um 4 Uhr oder 5 Uhr raus muss. Erstmal Nachrichten hoeren. Dann aufraffen und hypsch machen fuer einen erfolgreichen Tag. Unter der Woche schiebe ich den ersten Schuss Koffein meist bis ins Buero auf.

    8:20 Uhr: Runter zum Bus. Der bringt mich in ein paar Minuten ins Buero. Da gibt es die Kutscher, die eher gemaechlich zur Sache gehen. Und es gibt die Kutscher, die eher ein, hm, sportliches Beschleunigungs- und vor allem Verzoegerungsverhalten an den Tag legen. Letztere lassen auch schonmal gerne eine Haltestelle aus – laufen ist ja auch viel gesuender. Komisch ist nur, dass beide Kutscher etwa gleich lange fuer die Strecke brauchen.

    8:32 Uhr: Buero. Ah, der Freudenspender ist schon vorgeheizt. Erstmal einen Coffeinjoint ziehen.

    17:20 Uhr: Schichtwechsel. Mittagspause mache ich ja nicht, also kann ich schon so frueh gehen. Heute war es ruhig. Nur zwei Anrufe. Bischen API-Doku korrekturlesen, sonst Shell-hacken. Jetzt auch zu Feinkost Albrecht Sued. Leider die falsche Kassenschlange erwischt. Es regnet nicht, also nach Hause laufen.

    18:30 Uhr: Totes Tier in der Pfanne. Fuesse hochlegen, email, usenet, blogs. Der einzige Nachbar telephoniert diesen Abend aber frueh. Wenn ich ihn und sein Eheweib am anderen Ende der Leitung in meiner Wohnung deutlich verstehen kann, warum muss er in seiner Wohnung am Telephon so schreien?

    19.30 Uhr: Ludwig Renn, Zu Fuss zum Orient

    21.30 Uhr: Nachbar staubsaugt. Wuerde man vor Gericht glauben, dass der Saugschlauch ein Eigenleben entwickelte und den Nachbarn erwuergte?

    22:07 Uhr: Tag aufschreiben

    22:30 Uhr: Zu Fuss zum Orient

    23:00 Uhr: Deutsche Welle hoeren. Schlafen.

    Es gibt deutlich schlechtere Tage.

    Gruesse

  3. Francis MacBEth

    verpennt, verpennt und nochmals verpennt
    auch wenn mein Wecker „erst“ um 6 Uhr geklingelt hat und ich ihn im Gegensatz zu gestern (7:45) und Vorgestern (7:55) ignoriert habe bis 8:25.
    Da ich immer und stehts egal wie ich mich beeile eien Stunde brauche bis ich auf Arbeit bin mir auch einen laaangen Arbeitstag eingehandelt habe und der EEEPC ist immernoch nicht da und dabei ist doch morgen schon der offizielle Launch (scheiss Wort)

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