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Cupcake Hat

Cupcake Hat
Dieser Beitrag schrieb ich vor 3 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

Ich bin kein geduldiger Mensch. Leider. Das Kind hat sich da im Moment so eine Sache angewöhnt, die mich im Nullkommanichts rasend macht: »Wo gehn wir denn hi-hin?« — »Zum Bäcker an der Ecke, ein Brot kaufen.« 20 Sekunden später: »Un wo gehn wir gleich hi-hin?!« — grrr. Ich erkläre gerne Dinge, und ich glaube, ich erkläre nicht schlecht. Muss ich aber 70x immer wieder den selben Quark von mir geben, werde ich übelst übellaunig.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Geduld, die ich für Handarbeiten & Co. aufbringen kann. Tatsächlich ist das ein grosses und mir sehr teures Hobby, von dem hier bislang selten und im Grunde genommen zu selten die Rede ist. Als ich dem Kind vorgestern seine neue Herbstmütze überreichte, streichelte es sie ehrfürchtig und flüsterte: »Wenn ich ein Schulkind bin will ich auch so schön häkeln wie du. Und du musst mir das zeigen.« Das brachte mich zur der Überlegung, wann und wie ich eigentlich mit diesem Pfriemelkram angefangen habe.

Mir fiel dann ein, dass ich mein erstes Stick-Kissen im Alter von 4 oder 5 Jahren fabrizierte. Meine Oma brachte es mir bei, einfacher Kreuzstich auf Stramin — und sie achtete darauf, dass die Kreuzchen auch wirklich alle in die gleiche Richtung zeigten. Sie nähte dem Kissen eine Rückwand, und ich war sehr stolz. Wann ich häkeln und stricken lernte weiss ich nicht mehr, aber mit sieben Jahren fertigte ich für mein Püppchen einen gestreiften Pullover mit Lochmuster — nur das Vernnähen der Fäden hat meine Mutter damals noch übernommen. Und mit 13 arbeitete ich einen wunderschönen pastellfarbenen Pullover, den ich dann nur ein einziges Mal getragen habe — ich wurde in der Schule ganz grässlich ausgelacht damit…

Über die Jahre habe ich vieles ausprobiert: knüpfen, weben, flechten, knoten. Armbänder, Teppiche, kleine Taschen. Kinderkleidung, Mützen, Schals. Ganz viele Unikate, und fast alle habe ich verschenkt. Aber: von allen habe ich vorher auch ein Foto gemacht. Und so nach und nach werde ich euch hier ein wenig von dem zeigen, was ich abends so vor mich hin werkle. Meine Ideen greife ich inzwischen überwiegend im Netz ab, und glücklicherweise kann ich in aller Regel anhand einiger (guter) Bilder nacharbeiten, ohne eine konkrete Anleitung zu benötigen (klar, bei ganz komplizierten Dingen geht das nicht). Die Kinderjacken sind fast alle frei Schnauze entstanden; ich war echt genervt, dass es irgendwie nur noch Handarbeitshefte gibt, in denen an fast jedem Modell ein »Easy to knit!«-Symbol klebt…

Lustigerweise das einzige, womit ich völlig auf Kriegsfuss stehe, ist derzeit das Nähen: ich habe eine Nähmaschine, ich kann leidlich damit umgehen, aber so recht warm wurde ich bislang nicht damit. Allerdings hat Schwiegermuttern angeboten, mir einen Crashkurs in diesen Dingen zu geben — und ich fände es sooo toll, würde auch dieser Knoten noch platzen!

Cupcake Hat Heute zeige ich euch den neuen Ohren-und-Kopf-Wärmer, mit freundlicher Genehmigung des Kindes: Cupcake Hat. Das Kind bemängelte beim Schatten und Wind der letzten Tage kalte Ohren, und so lief die Herbstmützen-Produktion eben schon im August an… Die Wolle ein Glückstreffer im Ausverkauf, 45% Merino, 55% Baumwolle, ein Traum. Natürlich liesse sich das Cupcake-Thema noch weiter ausarbeiten — noch mehr Kirschen, Sahnehäubchen usw. — aber das ist nicht so mein Fall; die Kindermützen sollen kindlich sein, aber nicht kitschig. Und ich glaube, das ist mir gelungen — das Kind erklärte jedenfalls, sie von nun an immerzu tragen zu wollen, und kuschelt öfter mal damit. Und hat sie sie auf dem Kopf, sind die Ohren schön verdeckt, eine Locke guckt keck hervor, die Kirsche sitzt oben auf dem Kopf und die in sich gedrehte Optik kommt so richtig raus.

Anleitungen dazu findet man im Netz, allerdings überwiegend auf englisch. Die Mütze wird in zwei Teilen gearbeitet und dann zusammengesetzt, und hier sass für mich die Herausforderung: beide Teile völlig gleichmässig und gerade aneinander zu bekommen, ohne dass hier Zug entsteht oder irgendwelche Falten — das kostete mich mehrere Anläufe und Auftrennen, aber dann war es perfekt. Und das »handmade«-Schildchen rundet die Sache ab 😉

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