Digitale Verantwortung?

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Drei Monate sind eine lange Zeit; drei Monate seit dem letzten Blogartikel noch viel länger. Die weiße Seite starrt mich aufdringlich an. Schreib was. Mach schon. Ich zögere, setze an; stocke, lehne mich zurück, denke nach. Schreibe mit entschlossenem Gesichtsausdruck eine Zeile, zwei, drei. Früher war bloggen ohne Kippe undenkbar; jetzt wäre ich froh, wenn ich eine rauchen könnte. Ich lese das Geschriebene, denke mit geschlossenen Augen. Apfel-A. Backspace.

„Wie geht es dir?“_ frage ich Siri, „Es. Geht. Mir. Gut. Danke. Der. Nachfrage.“ antwortet mein Handy. Die Diskussion driftet ab und endet in Aussagen wie „Ich. Habe. Keine. Orte. Mit. Der. Bezeichnung. “Du. Mich. Auch.” Gefunden. Tut. Mir. Leid.“ Mann und Kinder schlafen. Ich warte darauf, mein Brot aus dem Ofen holen zu können. 40 Minuten. Ausreichend für einen Blogartikel? Wie ging das eigentlich nochmal? Ich habe gerne gebloggt. Ich habe aus Überzeugung gebloggt. Jetzt, scheint es mir, habe ich nichts mehr zu sagen. Andersrum: ich habe viel zu sagen, und niemanden interessiert es. Vor allem aber bin ich mir meiner Verantwortung überdeutlich bewusst: blogge ich über mein Leben, so schreibe ich implizit auch über den Mann, die Kinder; aber so interessant und unterhaltsam auch Wortneuschöpfungen, logische Brüche und etwaige Fäkalienpannen sein mögen – meine Kinder dürften mich (völlig zu recht!) früher oder später dafür hassen, wenn ich das alles hier in Beiträgen verwurste. Oder sind meine Sorgen überzogen? Wie seht ihr da draußen das? Die Gratwanderung zwischen Datenschutz und Blog will mir nicht recht gelingen; vielleicht stehe ich mir auch nur selbst im Weg.

Und deshalb gibt es heute, ganz untypischerweise, ein Bildchen für euch. Weil wir das Schlimmste nämlich überstanden haben, und daran sollt ihr teilhaben. Ihr seid toll, und eure Unterstützung hat mir unendlich viel bedeutet. Heute mal sch*** auf den Datenschutz – auf dem Bild bin ich mit dem Kuschelinchen, und ist es nicht niedlich? <3