Kontakte in Nextcloud

Diesen Beitrag schrieb ich 1 Jahr und 8 Monate zuvor; die nachfolgenden Ausführungen müssen heute weder genau so nach wie vor funktionieren, noch meiner heutigen Meinung entsprechen. Behalte das beim Lesen (und vor allem: beim Nachmachen!) bitte stets im Hinterkopf.

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Die aktuelle weltpolitische Lage gibt viel Anreiz zum Nachdenken. Und bedauerlicherweise sind die meisten dieser Gedanken eher weniger motivierend. Ich habe noch nie über Politik gebloggt – es gibt genügend Menschen da draußen, die das bedeutend besser können als ich, und deshalb werde ich daran auch nichts ändern.
Aber über technische Themen bloggen – das kann ich.

Vorwort

Und was mir schon immer ein Anliegen war, ist die so-viel-wie-mögliche Unabhängigkeit von „Big Tech“, Clouds, „Vendor Lock-Ins“ und ähnlichem – „Own Your Data!“ eben. Darüber habe ich hier nie groß geschrieben – warum eigentlich? Vielleicht, weil es für mich so normal war? Oder weil ich im Bekanntenkreis üblicherweise auf wenig Verständnis stieß – „Warum so misstrauisch, so kompliziert?“

Ja, es stimmt schon: auf diese Cloud-Dinge zu verzichten, kann Dinge tatsächlich komplizierter machen – manche macht es unmöglich. Es benötigt technische Expertise auf einem bestimmten Level, und häufig geht es mit einem signifikanten Verlust an Komfort einher. Für mich ist es den Preis jedoch schon immer wert gewesen.
Was ich jetzt jedoch auffange ist, dass eine zunehmende Zahl an Menschen sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Und an diese Gruppe richte ich mich, indem ich in Zukunft mal ein bisschen mehr aus dem Nähkästchen plaudere, wie ich Dinge für mich gelöst habe: Kontakte, Kalender, Fotos, Passwörter… Das wird – so meine Hoffnung – auch anderen helfen.

Und idealerweise hilft es umgekehrt auch mir – denn an manchen Punkten komme ich selbst nicht recht weiter.

Voraussetzungen

Meine derzeitigen Voraussetzungen sind folgende:

  • ich bin seit über 20 Jahren Apple-Nutzerin, sowohl mit wechselnden Rechnern, als auch mit wechselnden iPhones
  • ich betreibe einen Root-Server bei netcup am Standort Nürnberg
  • auf diesem Root-Server betreibe ich unter anderem eine Nextcloud; und auch wenn ich mit der nicht ausnahmslos glücklich bin (Stichworte „PHP“ und „AI Integration“ und so) ist mir bislang kein kleineres Übel untergekommen, das alle benötigten Funktionalitäten zur Verfügung stellen würde

Verwaltung der Kontakte

Im heutigen Artikel soll es ja um die Kontaktverwaltung gehen. Um die zu ermöglichen, habe ich in meiner Nextcloud-Instanz ist die App Contacts installiert. Die ermöglicht es mir, per Webinterface meine Kontakte zu erfassen – ihre Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten etc.

Einbindung der Nextcloud-Kontakte

Charmant wird das Ganze allerdings erst, wenn ich es auch meinen übrigen Geräten als Quelle hinzufüge. Um das zu tun, benötige ich die CardDAV-Adresse, und die finde ich auf folgendem Weg:

  • das Webinterface von Nextcloud öffnen
  • Contacts auswählen
  • im linken Bereich All contacts auswählen
  • im linken unteren Bereich Contacts settings auswählen → es öffnet sich ein Overlay
  • im Bereich Address Books schwirren die Adressbücher herum, die man sich so angelegt hat; das, in dem all meine Kontakte sich befinden, heißt auch wirklich Contacts; am Ende der Zeile sind drei Punkte, und unter diesen drei Punkten findet sich ein Copy link
  • diesen Link (er hat in etwa die Form https://cloud.example.com/remote.php/dav/addressbooks/users/<USERNAME>/contacts/) als Server Address einsetzen

Über diese Adresse kann die Einrichtung nun erfolgen.

Contacts settings Screenshot „Contacts settings“

Desktop

Auf dem Desktop-Mac geht das über System Settings → Internet Accounts → Add Account → Add Other Account → CardDAV Account. Der Account Type ist in dem Fall vom Typ Manual, Username und Passwort sind jene, die ich in meiner Nextcloud verwende – oder statt des Passworts ein entsprechendes App-Passwort, sofern ich das in Nextcloud konfiguriert habe. Als Server Address ist die oben ermittelte einzusetzen.

Nach erfolgreicher Einrichtung lassen sich die Kontakte dann auch über die Contacts.app von Apple editieren.

iPhone

Auf dem iPhone geht das über Settings → Apps → Contacts → Contacts Accounts → Add account → Other → Add CardDAV account. Wiederum Zugangsdaten und oben ermittelte Server Address angeben.

Nach erfolgreicher Einrichtung lassen sich die Kontakte dann auch über Telephone → Contacts am iPhone direkt editieren.

Deaktivieren von iCloud für Kontakte

Ein wichtiger abschließender Punkt fehlt noch: den Endgeräten abzugewöhnen, die sensiblen Kontaktdaten in die iCloud zu stopfen.

Desktop

Am Desktop geht das über System Settings → Internet Accounts → iCloud, hier bei „Saved to Cloud“ auf See All und dann bei Contacts den Schieber deaktivieren.

iPhone

Auf dem iPhone geht das über Settings → iCloud, bei „Saved to iCloud“ auf See All und dann bei Contacts den Schieber deaktivieren.

Abschließend

Ich nutze das schon seit vielen Jahren so, und es hat für mich immer gut funktioniert. Haben die Endgeräte keine Verbindung, werden etwaige Änderungen übertragen, sobald es eben wieder geht. An dieser Stelle kann ich für mich keinen Komfortverlust wahrnehmen.

Was in meinem Fall deutlich unterrepräsentiert ist, ist Android in all seinen Erscheinungsformen. Es ist gut möglich, dass sich das in Zukunft ändern wird – im Moment kann ich lediglich auf Erfahrungswerte mit Apple-Endgeräten zurückblicken.

Aber vielleicht magst du diesbezüglich etwas ergänzen?

Hintergrundbild © Marianne Spiller · Alle Rechte vorbehalten

Habe ich etwas missverständlich formuliert, ganz ausgelassen oder mich vertippt?
Möchtest du hilfreiche Inhalte beisteuern?
Artikel in diesem Bereich kannst du überarbeiten und ergänzen!
→ Hier geht es zum öffentlichen Repository... ←

6 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Ich freue mich über jeden Kommentar, es sei denn, er ist blöd.
Deshalb sind die Kommentare auf dieser Seite auch generell moderiert.

(Nick)Name: (erforderlich)
E-Mail: (erforderlich, wird nicht veröffentlicht)
Website: (optional)