Blogfragen - die erste Blogparade seit sehr, sehr langer Zeit
Dieser Text ist mein Beitrag zur Blogparade #Blogfragen von „Jansens Pott“.
- Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
- Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog? Und warum hast Du Dich dafür entschieden?
- Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
- Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
- Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
- Veröffentlichst Du Deine Texte sofort? Oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
- Über welche Themen schreibst Du generell?
- Für wen schreibst Du?
- Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
- Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
- Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
- Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Warum hast Du ursprünglich mit dem Bloggen angefangen?
Weil ein Arbeitskollege ein Blog betrieb – und ich das ganz großartig fand. Ich hatte schon viel eher, nämlich 1999, damit angefangen, Dinge ins Internet zu schreiben; ursprünglich hatte ich eine Seite bei Geocities, und im Nachhinein betrachtet war die wie ein Blog. (Die Inhalte gingen leider vollumfänglich verloren.) Aber das, was ich bei Matthias sah, war so viel strukturierter, so toll – sowas wollte ich auch haben 🥰
Und ich mache das nun schon so lange - natürlich bleibe ich bei „das Blog“, Ehrensache.
Welche Plattform nutzt Du für Deinen Blog? Und warum hast Du Dich dafür entschieden?
Mein Blog wird als statische Webseite über Jekyll generiert. Dadurch gehen mir einige Funktionalitäten verloren, Pingbacks zum Beispiel, aber die Vorteile überwiegen für mich trotzdem deutlich.
So wurde zum Beispiels das Thema „Backup“ durch die Umstellung ein ganz anderes, da nun keine Datenbank mehr im Spiel ist. Außerdem liegen mir die Artikel nun als Markdown-Files vor, die ich im Zweifel mit einem einfachen grep durchsuchen kann. Sie landen hübsch versioniert in einem (internen) Git, genau wie die übrigen Files auch – das ermöglicht es mir, im Zweifel auf einen älteren Stand zurückspringen zu können.
Es ermöglicht auch das kollaborative Bloggen, da die Community-Artikel in einem externen Git liegen und so jeder die Möglichkeit hat, Änderungen einem entsprechenden Workflow folgend einfließen zu lassen.
Damit meine ich nun beileibe nicht, dass ich das der ganzen Welt zur Nachahmung empfehle; es ist schon sehr speziell. Ich freue mich aber total, die für mich passende technische Nische für mein Nischenblog gefunden zu haben 😎
Hast Du schon auf anderen Plattformen gebloggt?
Während der ersten drei Monate verwendete ich ein PHP-basiertes Tool, dessen Namen ich nicht erinnere, dessen Weiterentwicklung wohl aber zu dem Zeitpunkt auch schon eingestellt war. Deshalb erfolgte dann der Umzug auf WordPress - 2.0.4 zu dem Zeitpunkt, krass.
WordPress blieb ich dann viele Jahre lang treu, allerdings mit stetig sinkender Begeisterung – vor allem in den beiden Jahren vor der Umstellung auf Jekyll. Im Blogpost zur Umstellung hatte ich einige meiner Gründe aufgelistet.
Ein so gewachsenes Blog – unter Beibehaltung von Permalink-Strukturen, Kommentaren, Feed-Adresse, SEO-relevanten Geschichten usw. – von einer Plattform auf eine andere umzuziehen, ist aber auch ein ziemlicher Aufwand. Das sollte man sich schon gut überlegt haben.
Wie schreibst Du Deine Blogposts? Nutzt Du ein lokales Bearbeitungstool oder eine Panel/Dashboard-Funktion Deines Blogs?
Ich nutze entweder einen gestylten vim oder den Editor TextMate, kombiniert mit einem Live-Preview. Dazu lasse ich mir das „Gerüst“ meines Blogs inklusive der letzten zehn Artikel (geht schneller) lokal generieren.
Screenshot des Textes in vim
Wann fühlst Du Dich am meisten inspiriert zu schreiben?
Unter der Dusche. Oder auf dem Motorrad. Im Auto.
Jedenfalls üblicherweise dann, wenn ich weder schreiben noch mir Notizen machen kann.
Veröffentlichst Du Deine Texte sofort? Oder lässt Du sie erst eine Weile als Entwurf liegen?
Üblicherweise brauche ich eine ganze Weile bis zur Veröffentlichung – „gute Texte sind wie guter Wein“, die müssen reifen…
Nein, das nun nicht. Aber gerade Tutorials und technische Artikel gehe ich wiederholt sehr genau durch, ehe ich sie veröffentliche. Allerdings möchte ich mir das bei den weniger technischen Artikeln ein Stück weit abgewöhnen – wenn ich so durch die Jahre scrolle, habe ich früher mehr „einfach so“ rausgehauen, und das hatte auch viel Schönes. Und etwas mehr Spontaneität, etwas weniger Perfektionismus würden das Bloggen entspannen und die Veröffentlichungsfrequenz vermutlich ein wenig erhöhen.
Über welche Themen schreibst Du generell?
Das, was mir gerade wichtig ist – und ich bereit bin, mit der Allgemeinheit zu teilen.
Für wen schreibst Du?
Üblicherweise für mich.
Und dann freue ich mich über jede einzelne Rückmeldung, aus der ich erkenne: es half auch anderen.
Und für mich besondere Artikel sind in meinem Kopf besonderen Menschen gewidmet.
Was ist Dein Lieblingsbeitrag auf Deinem Blog?
Im Mai 2020 habe ich einen Artikel über Nintendos „Animal Crossing News Horizons“ verfasst. Und wenn ich ihn lese, muss ich lachen, muss ich weinen, kurz: ich sehe die gesamte Lockdown-Situation – aber eben auch die Begeisterung meiner Töchter und den Spaß, den wir mit dem Spiel hatten – wieder vor mir.
Aber eigentlich sind mir alle Artikel auf eine Art wichtig.
Hast Du schon Blogpausen eingelegt oder Blogs ganz aufgegeben?
Aufgegeben: nein. Was sich geändert hat, ist die Domain, die Inhalte hingegen blieben gleich. Ich hatte auch nie eine Aufsplittung vorgenommen in „technische“ und „nicht technische“ Artikel, auch wenn Menschen Männer mir das über die Jahre hinweg immer wieder nahelegten. Aber nein: mein Blog, meine Artikel, meine Regeln.
Blogpausen hingegen gab es, und die ergaben sich auf mehr oder minder „natürliche“ Weise: wenn im echten Leben so viel los war, dass es zum Bloggen einfach nicht mehr reichte. Ich vermisste es dann aber auch immer sehr.
Was empfiehlst Du Menschen, die mit dem Bloggen anfangen wollen?
Just do it.
Nicht zerdenken, nicht unnötig verkomplizieren. Vieles ergibt sich ohnehin erst über die Zeit, es ist ein Lernprozess.
Der mit Abstand am wenigsten konstruktive Gedanke – mit dem ich mich selbst jedoch immer wieder herumschlage – ist dieses „das interessiert doch ohnehin niemanden“. Und der nimmt nicht nur die Lust am Schreiben, er ist eben auch falsch: gerade die Dinge, in denen wir uns Expertise aufgebaut haben, sind für uns „normal“, „daily business“ eben.
Für andere eröffnen sie aber vielleicht völlig neue Sichtweisen.
Meine Empfehlung wäre außerdem: achte zu jeder Zeit, auch ganz am Anfang und unabhängig vom verwendeten Framework, darauf, dass du Vollzugriff auf deine Daten hast. Vor etwa 10 Jahren habe ich ein paar Artikel zum Thema „Ich möchte bloggen“ veröffentlicht, und ich bin gerade ein bisschen positiv überrascht, wie gültig die Aussagen darin auch heute noch sind. Wer möchte, kann ja auch dort ein wenig herumlesen.
- Teil 1: Wo anfangen?
- Teil 2: Eine eigene Domain?
- Teil 3: Blog Hosting Services
- Teil 4: Hosting in Eigenregie
- Teil 5: Bilder im Internet
Hast Du Zukunftspläne für Deinen Blog? Vielleicht ein Redesign, ein Wechsel der Plattform oder neue Features?
Ich bin mit der aktuellen Plattform sehr zufrieden und strebe keinen weiteren Wechsel an. Allerdings laufen im Hintergrund immer irgendwelche Erweiterungsmaßnahmen – ich bastle am CSS, baue neue Features, feile weiter am Workflow, habe zum Teil schon sehr tief in den Code eingegriffen.
Diese Seite lebt, sie entwickelt sich ständig irgendwie weiter – wenngleich Änderungen für den Betrachter zuweilen nicht direkt ersichtlich sind.
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