[Q&A] Was macht eigentlich dein Motorrad?

[Q&A] Was macht eigentlich dein Motorrad?
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Hier ein erster Artikel aus dem Bereich „Fragen und Antworten“, und jemand möchte folgendes von mir wissen:

Was macht Dein Motorrad? Findest Du überhaupt Zeit zum fahren?

Ich hole mal etwas weiter aus 🙃

Das Ding mit Zeit

2023 bin ich tatsächlich schon sehr wenig gefahren. Zum einen waren da mein Papa, seine Krankheit – meine Zeitplanung, mein Tagesablauf, einfach alles war anders. Mit dem Auto war ich flexibler, konnte unkomplizierter Besorgungen machen. Außerdem hatte Hubi 2023 eine Weile Standzeit, weil die Batterie kaputtging. Und sowas Blödes wie die Behebung eines eigentlich kleinen Schadens sich irgendwie ewig hinzog.

2023 war aber auch das Jahr, in dem ich Hubi dann nicht erfolgreich über den TÜV brachte.

Das Ding mit dem TÜV

Der Grund hierfür waren mitnichten technische Probleme – der Prüfer war sogar selbst eine Runde mit der Maschine gefahren und hatte gejubelt, wie toll sie doch sei. Er war jedoch der erste seiner Zunft, der sich daran störte, dass die Typenbezeichnung nicht explizit in der Zulassung stand.

Wir erinnern uns: die Maschine ist Baujahr 1995, war nie stillgelegt und hatte immer TÜV.

Es brauchte dann also einen Termin auf der Zulassungsstelle (Wartezeit == Standzeit), um die Sache zu klären – und es war mein großes Glück, dass ich im Besitz aller KFZ-Briefe seit Zulassung bin. Somit konnte ich belegen, dass bei einer Ummeldung IIRC 1998 das entsprechende Feld „Typenbezeichnung“ im Brief einfach leer gelassen wurde, obwohl da ursprünglich „PD06“ gestanden hatte; alle weiteren Ummeldungen hatten das dann schlicht übernommen, und so steht es dann eben auch in der Zulassung drin.

Stand es beispielsweise auch 2021, als mein Werkstattmensch die Maschine in meinem Auftrag über den TÜV brachte; mängelfrei und ohne Probleme, wohlgemerkt.

Und nein – dass die Typenbezeichnung sich in der Fahrgestellnummer und am Rahmen der Maschine findet, zählte nicht. Es war dann sehr viel Bürokratie, aber es ging nicht anders: denn ohne die Typenbezeichnung in der Zulassung war ich zum Beispiel plötzlich nicht mehr berechtigt, die für die PD06 erlaubten Reifen zu fahren, weil es laut Zulassung eben keine PD06 war. Die ursprünglichen Reifen gibt es seit Jahren nicht mehr, ebenso wie manch andere Teile, die ich lediglich noch kompatibel, aber eben nicht mehr original beschaffen kann. Und jedes dieser Teile hätte zukünftig eine eigene Eintragung in der Zulassung erfordert – Reifen, Windschild,… Hatte die letzten x Jahre niemanden interessiert, aber jetzt war es ein Problem. Mein Problem.

Die Zulassungsstelle war ärgerlich, damit behängt zu werden – „Wir sehen das so oft, und normalerweise ist das nie ein Thema!“ – und korrigierte den Fahrzeugbrief. Sie entschuldigten sich sogar dafür, mir für die Neuausstellung der Zulassung Geld abknöpfen zu müssen – aber ich war froh, die Sache mit ein paar Euro zu bewerfen und nachhaltig aus der Welt schaffen zu können.

Ich hab die Aktion jedenfalls ziemlich persönlich genommen.

Das Ding mit der Reparatur

2024 war Hubi dann eine ganze Weile in Reparatur – neue Werkstatt in knapp 70km Entfernung. Das fand ich nervig, weil ich eigentlich gedacht hatte, nach der fast-vierstellig-EURO-teuren 72.000km-Inspektion eine Weile Ruhe vor Werkstattterminen zu haben. Aber Hubi roch nach Benzin, und sogar meine Laienwahrnehmung sagte mir: das ist nicht gut.

Die Maschine lief nicht rund, was der neue Werkstattmann auch sofort durchblickte, und das zu beheben kostete wieder fast vierstellig. Allerdings lief sie danach in einem Maße rund, wie sie es vermutlich schon sehr lange nicht mehr getan hatte. Vergaser poliert, alles sorgfältig freigepustet. Und bei der Gelegenheit auch die Sitzposition ein bisschen erniedrigt: zum einen durch Entfernung von Gummi-Abstandhaltern unter der Sitzbank, zum anderen durch leichtes Tiefersetzen der vorderen Gabel. Das stört die Kurvendynamik für mich nicht, aber im Handling bin ich dadurch noch ein bisschen sicherer geworden.

Die Abholung der Maschine fand dann bei derart schlechtem Wetter statt, dass ich fürs Erste so gar keine Lust mehr darauf hatte. Hochwassermassen und Hangrutschen verdankte ich kurz darauf die Vollsperrung meiner Lieblingsstrecke in 2024. Das vereinfachte mir den Verzicht.

Das Ding mit der Gesundheit

Denn wie ich in einem anderen Artikel bereits erwähnte: „Übermüdung ist einer der besten Gründe, das Motorrad stehen zu lassen“. Und ich war sehr, sehr oft müde in 2024 – Trauer ist harte Arbeit, Schlaflosigkeit ist kräftezehrend. Wir hatten sogar eine Tour zu mehreren geplant, auf die ich mich unfassbar freute, aber auch dazu sollte es dann leider aus einer Reihe an Gründen nicht kommen.
.oO( Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Hoffe ich mal. )

Jetzt gerade befinde ich mich in einer Art Warteschleife. Grundsätzlich würde ich es mir das Fahren wieder zutrauen, es steht aber das Thema „Blutverdünner dauerhaft“ im Raum – und die sind ein wirklich guter Grund dagegen. Leider. (Habe ich schon erwähnt, dass seit Ende November vieles einfach nur zauberhaft ist? So ein, zwei Mal? Vielleicht?) Insofern bin ich ein bisschen versöhnt mit den hartnäckigen Minustemperaturen – es wäre mir sowieso™ gerade zu kalt für Hubi. Es ist noch völlig offen, wie es an dieser Front weitergehen wird 🥺

Ausblick

Hier liegt eine wunder-wunderbare DJI Osmo Action 4 nebst Halterung für Hubi beziehungsweise sogar einem Gurt, um sie mir einfach umzuschnallen – und ich hab das noch gar nicht richtig ausprobiert!!1 Es ist wirklich zum Heulen.

Ich hoffe sehr, dass ich 2025 Hubi nutzen kann.
Liegt nicht allein in meiner Hand.

Oh, guess what, im Juni 2025 ist erstmal wieder TÜV-Termin. 😬

Hintergrundbild © Marianne Spiller · Alle Rechte vorbehalten

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