(Nicht mehr ganz so) Enttäuscht von Stoov

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Dieser Artikel und eine unglückliche Bewertung auf TrustPilot gingen Hand in Hand. Auf Basis von TrustPilot fand die Geschichte dann doch noch ein einigermaßen positives Ende. Ich ergänze den Ausgang entsprechend am Ende des Textes.

Im September 2022 entschied ich mich zu einer „Wohlfühl-Geldausgabe“: ich schaffte mir ein Wärmekissen der Firma „Stoov“ an. Inzwischen bereue ich das.

Es handelte sich dabei um ein „Ploov“ in den Maßen 45x60cm. Ich hatte lange darüber nachgedacht, denn 109,95 EUR (und das war ein Angebotspreis!) für ein Kissen sind ein Haufen Geld. Aber Stoov ist cool, das sagten die Rezensionen, und „We warm people, not the planet“ gefiel mir.
Im folgenden Winter nutzte ich es gerne, wenngleich nicht exzessiv – es war nun wirklich nicht so, dass das arme Ding hätte rundlaufen müssen.

Über die warmen Monate wurde es naturgemäß weniger genutzt, im Winter 2023 dann wieder häufiger. Wann genau der Akku mich zu ärgern begann, kann ich rückblickend nicht mehr genau sagen – die Krankheit meines Vater und letztlich sein Tod dominierten zu jener Zeit alles. Über den Sommer 2024 wurde das Kissen dann wieder kaum genutzt; im Oktober versuchte ich es erstmals, und jetzt ging gar nichts mehr. Ich versuchte mich also erfolglos an den Reset- bzw. Wiederbelebungs-Anleitungen, die ich auf der Herstellerwebseite finden konnte.

Im November 2024 gab ich diese schließlich auf und eröffnete einen Case bei Stoov: der Akku des Kissens war komplett durch. Deren HelpCentre reagierte in zeitlich vertretbarem Rahmen und wirklich freundlich, aber natürlich: „Leider liegt deine Bestellung außerhalb der 2-jährigen Garantiezeit“, die war zum Zeitpunkt meiner Meldung um etwa acht Wochen überschritten. Sie hatten ja recht, ich hatte trotzdem auf ein bisschen Kulanz gehofft. Wie schade.

Aber gut, ich war durchaus bereit, das Problem mit Geld zu bewerfen – AKA für den Kauf eines neuen Akkus. Jedoch „handelt es sich bei deinem Modell um eine ältere Version (5V), für die wir keine Ersatzteile mehr vorrätig haben“.

Wir erinnern uns: das „ältere Modell“ ist gerade einmal zwei Jahre alt.

Sie wiesen in ihrer Antwort allerdings auf eine Lösung hin: „Du könntest jedoch dein Stoov selbst upgraden.“ Okay, dachte ich mir, immerhin gibt es eine Lösung. „Dafür kannst du bei uns im Ersatzteile-Shop ein neues Heizelement und Ladekabel erwerben. Gegebenenfalls musst du auch ein neues Innenkissen, falls die Heizelemente bei deinem Stoov mit dem Innenkissen noch vernäht sind, und einen neuen Bezug kaufen.“

Moment – Akku, Heizelement, Ladekabel, Innenkissen, Bezug… Wir reden hier also von einem neuen Kissen. Das in Einzelteilen noch teurer wäre als ohnehin schon. Und auch hier: keinerlei Kulanz.

Ob ihr mich auf den Arm nehmen wollt, hab ich gefragt?

Das habe ich dann also nicht gemacht. Das zwei Jahre alte und wirklich teure Ding ist somit mehr oder minder Elektroschrott, und das ist nun ganz und gar nicht das, was ich mir unter „Nachhaltigkeit“ vorstelle. Ich werde von Stoov mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts mehr kaufen – es gibt weitaus günstigere Alternativen, die auch sehr schön wärmen. Wenngleich sie nicht so ein hübsches Marketing haben.

Wie gesagt: dieser Artikel und die TrustPilot-Bewertung vom 14. Februar 2025 gingen Hand in Hand. Am 17. Februar antwortete Stoov selbst auf den einen Stern:

Es tut uns leid, von Ihren Erfahrungen zu hören. Wir verstehen Ihre Enttäuschung und würden gerne sehen, ob wir etwas tun können, um Ihnen zu helfen. Könnten Sie sich bitte noch einmal mit unserem Kundendienst in Verbindung setzen? Wir sehen uns Ihren Fall gerne noch einmal an und prüfen mögliche Lösungen. Sie können uns unter reviews@stoov.com erreichen.

Was ich am 21. Februar auch tat; damit war der Case wieder geöffnet. Am 24. Februar erfolgte eine Reaktion darauf, die Gutes erahnen ließ:

Da die zwei Jahre erst vor kurzem um sind, sind wir hier gerne kulant. Du hast geschrieben, dass der Akku defekt ist. Bist du dir da sicher? Ansonsten würden wir mit dir gerne zwei Testschritte durchgehen, um das korrekte defekte Teil zu identifizieren.

Nunja – ich war mir sicher, dass der Akku der Übeltäter ist. Aber natürlich würde ich mich den Testschritten nicht verwehren, wie ich am 25. Februar mitteilte. Und ebenfalls am 25. Februar erfolgten die Instruktionen dazu:

  1. Wird dein Stoov warm, wenn du es ohne Akku direkt am Ladekabel anschließt?
  2. Wenn du deinen Akku direkt an das Ladekabel anschließt, welche Farbe hat das Lämpchen an deinem Adapter?

Okay, an der Stelle war ich genervt, das gebe ich zu: ich hatte, wie ich mehrfach mitteilte, den alten Adapter, und der hat kein Lämpchen. Und eben den kaputten Akku, der ja Kern des Problems war. Warm wurde das Heizelement, wenn ich es ohne Akku betrieb – aber irgendwie mehr so lau. Diese Information gab ich am 27. Februar an den Support. Der entschied am 3. März, mir ein neues Heizelement nebst Innenkissen und Ladekabel zuzuschicken. Keinen Akku.

Der Versand ging wahnsinnig schnell. Schon am 6. März konnte ich dem Support mitteilen, dass das neue Heizelement ohne Akku schön warm wird, sich mit angeschlossenem kaputtem Akku aber halt nichts tut. Und immerhin, ebenfalls am 6. März entschied der Support, den Akku dann halt auch noch hinterherzuschicken.

Am 8. März kam er bei mir an – und seitdem funktioniert das Kissen nun also wieder. Bis auf den Kissenbezug wurde tatsächlich alles getauscht, das ist schon krass. Und ich finde es sehr schade, dass ich erst mit einer wirklich schlechten öffentlichen Bewertung ankommen musste, ehe Bewegung in die Sache kam. Aber fairerweise werde ich die wirklich schlechte öffentliche Bewertung dann jetzt nochmal erweitern – nämlich um den guten Ausgang der Geschichte.

Hintergrundbild © Marianne Spiller · Alle Rechte vorbehalten

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