Kerze

wall < "Vorweihnachtliches Blabla"

Broadcast message from spillerm@unixe.de (pts/1) (So Dez 21 16:21:03 2008):
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Diesen Beitrag schrieb ich vor 10 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

Einmal mehr steuern wir ihn konsequent an, den 24. Dezember, den heiligen Abend, das Fest der Liebe.

Das Marketing wird mit jedem Jahr etwas schrecklicher: würde ich weiterhin versuchen, ausschliesslich Lebensmittel zu kaufen, auf denen kein Weihnachtsmann-Konterfei prangt, ich würde gnadenlos verhungern — und das schon im Oktober!

Und doch erscheint mir das Ganze in diesem Jahr weniger nervig als sonst, dezenter: keine als Weihnachtsmänner und Engel verkleideten Erstsemester in den Fussgängerzonen, die Prospekt-Spam verteilen, keine Vollsperrungen wegen Coca-Cola-Weihnachts-Truck, sogar die Kaufhaus-Dekorationen waren erträglich. Okay, das Radioprogramm war extrem abstossend in den letzten Wochen — manchmal hatte ich den Eindruck: noch ein Titel, in dem das Wort »Christmas« alle zwanzig Sekunden fällt und ich dreh durch.

Die Weihnachtsgeschenke haben mich mehr Zeit und Nerven gekostet als usprünglich angeplant; das kommt davon, wenn man überwiegend »geistiges und schöpferisches Eigentum« verschenken will und nicht einfach etwas kauft, das in der Werbung angepriesen wird . Und die Sache mit der »Vorfreude«… Wie definiert sich die eigentlich? Wenn man Stunden und Tage und Wochen mit der Produktion von Weihnachtsgeschenken zubringt und sich derweil die überraschten/ erstaunen/ whatever Gesichter der Beschenkten vorstellt, dann stellt die sich durchaus ein. Sie am Wetter festzumachen empfinde ich als albern — ganz ehrlich, meterhoher Neuschnee würde mich eher zusätzlich stressen — und jedes Jahr aufs Neue »die galaktische Werbetrommel« und die Lebkucheninvasion dafür verantwortlich zu machen ist unfair — Vorfreude ist, was man selbst draus macht. Niemand wird gezwungen, sich dem Diktat der Werbe-Deppen zu unterwerfen, und es liegt in der eigenen Verantwortung, den Fernseher abzuschalten.

In diesem Sinne — zündet Euch ein Kerzchen an und lasst die Welt auch Euch vorüberrauschen. Stopft Euch mit Spekulatius voll, zieht Euch einen Glühwein rein und ärgert Euch nicht. Gutes Futter im Kreise der Familie, geschmücktes Bäumchen im Halbdunkel sorgt für ein friedvolles Ambiente und der Weihnachtsengel aus Ton mit dem Teelicht im Bauch für den dringend benötigten Adrenalinschub — wenn er in Flammen aufgeht.

Frohe (Vor-)Weihnachten!

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  1. naja, wenn man sich manche leute so ansieht, was die sich so an metal in und unter die haut pieksen lassen, da würden mich implants mit m8er-innengewinde (um das geweih reinzuschrauben…) nicht mehr gross überraschen…

  2. Hallo,

    ich bin nicht leicht zu beeindrucken. Meinen Sie etwa, da wuerde ein Geweih zum Aufstecken reichen? Das hat doch jeder.

    Gruesse

  3. geweih AUS dem kopf? :-O ;-)

  4. Hallo,

    keine verkleideten Studenten? Vor einiger Zeit war ich mal mit einer Kollegin in einem Klamottenladen. Da lief so ein schmaechtiges junges Ding mit Geweih aus dem Kopf rum. Ich war hin und hergerissen zwischen Faszination und Mitleid.

    Bleibt nur, Ihnen ein frohes Weihnachtsfest zu wuenschen.

    Gruesse

  5. Bitte nicht falsch verstehen: ich mag Weihnachten :) Mein Väterchen kocht wie Gott, und ich freue mich schon jetzt auf seine enorme Vorspeisenpalette, die keinen Platz für den Hauptgang mehr lassen wird; meine Oma wird literweise ihren russischen Borschtsch kochen (mehr brauche ich garnicht).

    Aber Weihnachten ist überwiegend das, was man selbst draus macht; also ärgert Euch nicht über Leute, die das ganze Jahr nicht in die Kirche gehen, am Hl. Abend aber plötzlich 50EUR in den Klingelbeutel werfen und Nächstenliebe predigen — macht Euer Ding und habt eine gute Zeit :)

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  7. Pingback: Maobe´s Phantastische Welten » Das Fest der Liebe

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