Der perfekte Server...?

Diesen Beitrag schrieb ich 14 Jahre und 11 Monate zuvor; die nachfolgenden Ausführungen müssen heute nicht unbedingt noch genau so funktionieren. Behalte das beim Lesen (und vor allem: beim Nachmachen!) bitte stets im Hinterkopf.

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Es ist wirklich ein Wahnsinn: ich besitze über 20 Rechner, und offenbar keiner davon eignet sich als Servermaschine. Eigentlich kann das doch nicht so schwierig sein, oder? Ein Brainstorming.

Die Anforderungen

Ganz klar – Basics wie pppoe-Einwahl, NAT, DNS, DHCP, NTP. Weitestgehend betriebssystem- und auch hardwareunabhängig (sofern zumindest ein 10- und ein 100MBit-Ethernet-Interface zur Verfügung stehen). An Diensten ein Webserver mit passenden Modulen, sendmail, cyrus-imap, differenziertes Spamfilter-Setup, Proxy – und natürlich der asterisk. An dieser Stelle wird es dann schon etwas enger: der asterisk erfordert eine ISDN-Karte mit HFC-Chipsatz, ergo: die Maschine wird PCI brauchen. Und mit $VIELZUWENIGRAM komme ich auch nicht weit – zu unterdimensioniert ist also schlecht. Routingfunktionalitäten und asterisk auf getrennte Maschinen zu packen gefällt mir in Anbetracht der Stromkosten überhaupt gar nicht.

Sun Netra T1

1U, 2x36GB SCA, 440MHz, 256MB RAM, 2x Ethernet onboard, 1x PCI. Eine schöne Maschine, ich mag sie wirklich Die Lärmbelästigung indes ist völlig indiskutabel – ab dem Tag, an dem ich sie in Betrieb genommen hatte, habe ich das Arbeitszimmer nicht mehr betreten. Die ISDN-Karte wäre noch unterzubringen, dafür kein Sound vorhanden. Und dann das Betriebssystem-Problem: für Solaris 10 hat sie eine unspaßige Menge RAM, ein älteres Solaris ist irgendwie witzlos, NetBSD ist schlichtweg buggy, Linux irgendwie lame.

SGI Indy/ Challenge S

Mein Arbeitstierchen. Hat mir sehr lange treue Dienste geleistet; stabil, nicht allzu laut, NetBSD läuft sinnvoll. Aber: kein PCI, und das onboard ISDN nutzt mir in Sachen asterisk überhaupt nichts. Zudem die CPU: MIPS R4400 200MHz – der Versuch, ClamAV laufen zu lassen, scheiterte an der Tatsache, dass jede Mail etwa 7h hätte gescannt werden sollen. Ausserdem reißt es mir hier in regelmäßigen Abständen die Platte.

Dual Pentium-III

Von der Rechenleistung her mit Sicherheit die beste Option: 2x 1,26GHz, 2GB RAM, 300GB S-ATA. Der Krach ist jedoch nicht auszuhalten – 500W-Netzteil, beide CPUs aktiv gekühlt. Dazu ein Stromfresser und somit genau das, was ich nicht möchte. Hinzu kommt, dass ich bis heute kein Linux drauf installieren konnte: im PCI-Slot steckt ein S-ATA-Interface, für welches es offenbar keine Treiber gibt. Vorteil: wenn es ginge, könnte man Ubuntu und Xen draufschmeißen, den asterisk auf eisfair laufen lassen und das restliche System die administrativen Aufgaben übernehmen lassen. Nachteil: es geht nicht.

IBM RS/6000 43P

Groß. Schwer. Laut. Langsam. Der NetBSD-Port sollte wohl einigermassen tun, aber rein von der Rechenleistung her (120MHz) wird sie’s wohl nicht schaffen. Mal ganz davon ab: ich mag sie einfach nicht. So klotzig, so hässlich, einfach unstylisch. Nein, ich verteile in aller Regel keine Häkeldeckchen auf den Gehäusedeckeln, aber ein bisschen ästhetischen Anspruch darf man doch noch erheben, nor?

Die Schrumpeldose

Mein kleiner Freund, der Penti-Bumm. Ist der jetzige asterisk-Server und meistert diese Aufgabe auch wider Erwarten ganz gut. eisfair an sich ist ja ein ganz nettes System, aber als Server-für-alles gefällt es mir wirklich nicht: geht schon damit los, dass ich keine manpages (!), kein tcpdump (!) und keinen Compiler (!) habe. Für eine alternative Linux-Installation mit Xen und eisfair ist er allerdings zu schwachbrüstig. Ausserdem: es ist i386. Laaaangweilig.

NeXT, Sun Classic, SGI Indigo, m68k-Macs

Alle lustig, sind alle meine Kumpels. Aber da es hier schon an Grundsätzlichkeiten hapert (CPU, RAM) keine Option.

Sun Ultra 5

Wäre eine Option, das gebe ich zu; und das Problem mit dem Sound wäre hinfällig. Dafür ist sie mit IDE-Platte mangels DMA unschlagbar lahm, und auch hier stellt sich wiederum das Betriebssystem-Problem wie bei der Netra auch…

Apple G3 Desktop

Wäre mein Favorit, würde das Netzteil nicht so hochfrequent fiepen. Hier wird erst einmal der Netzteillüfter getauscht und gechecked, ob die Maschine von SCA booten kann. So ganz aus dem Rennen in er noch nicht…

Fritz!Box

Der Tag, an dem ich solch ein Gerät-des-Grauens dauerhaft in meine Wohnung lasse ist der Tag, an dem ich der Informatik den Rücken zukehre und auf Kindergärtnerin umschule. Ganz ehrlich. ;-)

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