Waschmaschinenkontrolle

Diesen Beitrag schrieb ich 6 Jahre und 8 Monate zuvor; die nachfolgenden Ausführungen müssen heute nicht unbedingt noch genau so funktionieren. Behalte das beim Lesen (und vor allem: beim Nachmachen!) bitte stets im Hinterkopf.

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Mit meinem Wäschetrockner stehe ich seit jeher auf Kriegsfuß: ein wirklich gutes Gerät, aber die Restdaueranzeige macht mich kirre.

Das Gerät meint, es brauche noch 30min; gehe ich nach 45min hin und möchte es leeren meint es, es brauche immer noch 20min – und so weiter. Das sinnlose Gerenne in den Waschkeller ärgerte mich schon lange, und nicht selten blieb er dann auch stundenlang auf Standby stehen…

So entschloss ich mich zur Anschaffung einer HM-ES-PMSw1-Pl, das ist ein Homematic-Schaltaktor mit Leistungsmessung. Meine Grundidee zum Setup war die folgende:

  • Läuft die Waschmaschine, zieht sie Strom in signifikanter Menge.
  • Ist sie fertig, zieht sie eine in gewissem Rahmen schwankende Menge Standby-Strom.
  • Wird das erkannt, wird mit einer Verzögerung von zwei Minuten (Sperre der Waschmaschinentür, deren Sinn ich nicht verstehe) die Meldung „Wäsche ist fertig!“ gesendet und die Steckdose abgeschaltet.
  • Für den Trockner gilt das analog (nur dass hier die Zwei-Minuten-Verzögerung nicht erforderlich wäre – aber wen stört’s).

Momentan habe ich nur einen Schaltaktor, der abwechselnd beide Geräte bedient – das ist nicht ideal, muss für den Anfang aber genügen. Ich war schon recht überrascht, als ich feststellte, dass die Waschmaschine im Standby 1.4W zieht, der Trockner sogar 1.6W. Das summiert sich. Und wie sehr – das kann ich mir in der CCU2 sogar live anzeigen lassen, wenn ich den Strompreis pro KWh eingebe… Interessant sind für mich die Daten Netzfrequenz (MHz), Netzspannung (V), Strom (mA), Leistung (Wh) und der Gesamtverbrauch, der über diesen Stecker ging.

Der Übersichtlichkeit halber habe ich das Gerät selbst in „WaschmaschineTrockner“ umbenannt und dem Messwertkanal (mit dem ich aus openHAB heraus vorrangig arbeite) den Namen „WaMaTro Messwertkanal“ zugewiesen. In der Logik-Variable WaMaTro wird hinterlegt, ob gerade was läuft oder eben nicht. Ein Programm innerhalb der CCU2 namens WaMaTro-Variable setzen steuert dann die eigentliche Logik: liegt die Leistungsaufnahme unterhalb 3,0W, so wird mit einer Verzögerung von zwei Minuten die Variable WaMaTro auf „fertig“ gesetzt, diese Änderung mit ihrerseits zwei Sekunden Verzögerung an openHAB publiziert (vgl. ReloadTrigger), zeitgleich eine Nachricht auf mein Handy gesendet und schlussendlich der Zwischenstecker komplett abgeschaltet. Im umgekehrten Fall – die Leistungsaufnahme liegt bei 3,0W oder mehr – wird die Variable WaMaTro auf „läuft“ gesetzt und die Änderung wiederum an openHAB publiziert (vgl. ReloadTrigger). Auch hier lasse ich mir eine Nachricht auf mein Handy schicken, zu Debug-Zwecken, aber die deaktiviere ich demnächst.

openHAB greift sich die Daten über die CCU2 ab und bereitet sie, wenn es gewünscht ist, auch graphisch auf. In der openhab.cfg habe ich hierzu alle Einstellungen auf dem voreingestellten Default belassen und in die sitemap-Definition (s.u.) die benötigten Angaben gesetzt:

############################## Chart Servlet ##################################
chart:provider=default
#chart:defaultHeight=240
#chart:defaultWidth=480
#chart:scale=1

Dazu habe ich die folgenden Konfigurationsdateien erstellt:

  1. In waschkeller.items definiere ich mir meine Gruppe Waschkeller, in der ich die von der CCU2 abgegriffenen Werte sammle und auf der dann auch die graphische Darstellung aufbauen soll.
  2. In rrd4j.persist definiere ich die dauerhafte Hinterlegung der relevanten Daten, um dann mein Bildchen daraus zu bauen.
  3. Mit waschkeller.sitemap lege ich die Darstellung via https://$SERVER:8080/openhab.app?sitemap=waschkeller fest.

Keine große Zauberei, oder? Ich brüte derzeit an Ideen, wie ich die Prowl-Benachrichtigung durch etwas Schickeres, Praktischeres ersetzen kann, und – kein Scherz jetzt – ich habe einen internen asterisk und openHAB so weit, dass ich auf einem Softphone angerufen werde, wenn die Wäsche durch ist (!). Nicht, dass das schick oder praktisch wäre… Aber. Es. Funktioniert :D