Kamerad oder Spielzeug?

wall < "Kamerad oder Spielzeug – Du und die Mädchen"

Broadcast message from spillerm@unixe.de (pts/1) (Mi Dez 15 21:22:36 2010):
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Diesen Beitrag schrieb ich vor 8 Jahren. Behalte das beim Lesen bitte im Hinterkopf.

Hier nun das Kapitel »Du und die Mädchen« aus der Informationsbroschüre »Kamerad oder Spielzeug?«; jetzt fängt er an, Dichter und Denker zu zitieren, und der Text wird immer abgefahrener… Die übrigen Kapitel findest du hier.

Sind die nicht heute vielfach der Gesprächsstoff unter euch Jungen? Man braucht ja nur die Ohren offen zu halten. Fast überall das Thema: Mädchen. Ob es immer so gewesen? Jedenfalls tritt in gewissem Lebensalter das Mädchen in den Gesichtskreis von euch Jungen. Dan heisst es für Euch: Stellung nehmen. So oder so.

Ich habe nun eine Frage an Dich. Eine heilige Frage, die du nicht ernst genug nehmen kannst. Denn die Antwort darauf zeigt mir, wes Geistes Kind du bist. Die rechte Stellung zum Mädchen ist ein Gradmesser der sittlichen Kultur des einzelnen.
Nun, wie denkst du über das Mädchen? — Vielleicht geringschätzig? Ohne Hochachtung? — Ach, du müsstest die Mädchen mal kennenlernen! Ihr Gehaben. Ihr Getue. Ihr Gerede.
Wie denkst du über sie? Verächtlich? Weil du nur Getäuschte und Enttäuschte hast sprechen hören. Oder gar gemein? Gar in schmutzigen Bildern? Nach den Reden leichtfertiger oder sittenloser Kameraden?

Ich weiss wohl, mein Freund, dass die Mädchen von heute viel von ihrer Eigenart und Würde verloren haben. Durch den Zeitgeist. Durch das Zusammenarbeiten mit dem männlichen Geschlecht. Das Zurückhaltende, echt Frauliche, Ehrfurcht Gebietende und Erzwingende findest du wenig mehr. Doch willst und kannst du ihnen die Achtung vor ihrer weiblichen Würde nicht wiedergeben? Oder willst du sie noch tiefer stossen?

Überhaupt. Wie benimmst du dich gegen das weibliche Geschlecht? Es ist eben oft so. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Trittst du ihm männlich ernst und zurückhaltend und doch freundlich und höflich gegenüber? So, wie es sich ziemt für einen jungen Mann, der eine gute Kinderstube genossen hat. Behandelst du sie ritterlich? Wie ein mittelalterlicher Ritter, der mit seinem Schwerte für das schwache Geschlecht kämpfte? Dessen starker Schild Frauenehre schützte? Schützt du sie auch? Vor anderen, die sie mit Füssen treten? Auch vor dir selbst? Dem Tier in dir?
In welcher Sprache und Tonart sprichst du vom Mädchen und über das Mädchen? In der Sprache der Strasse? Der Gosse? Des Flegels oder des Stutzers [0. Hier war der Text kaum noch leserlich.], des Weibergecken? Des Jungen ohne Mark und Knochen, ohne feste, gediegene Grundsätze? Und duldest du in deiner Gegenwart eine solche Sprache? Und schweigst dazu?

Was siehst du im Mädchen? Die Geschlechtsgenossin der guten Mutter? Deiner Schwester daheim? Also etwas, vor dem du Achtung, tiefe Ehrfurcht haben musst? Oder siehst du ihn ihr ein Spielzeug zum Zeitvertreib oder zu noch Schlimmerem? Mit dem du dir die Zeit, nein die Seele, dein besseres Ich totschlägst —

Sag, Freund, wie ist deine Stellung zum Mädchen?…

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  9. Das ist eine gute Frage, Du; ich meine, sicherlich kann man irgendwie Fraktur schrieben, die Mönche haben das ja schliesslich auch gemacht; in der Tat war es aber, glaube ich, nicht üblich so im Hausgebrauch.

    Bei Sütterlin kommt’s ganz arg darauf an, wer es wie schreibt; ich kann die Kriegs-Korrespondenzen meiner Urgrosseltern gut lesen, aber die Briefe von meinem Opa sind für mich ein einziges grosses Fragezeichen…

  10. coole reihe!! also, ich kann fraktur problemlos lesen, sütterlin nicht so einfach. schreiben beides nicht [kann man fraktur schreiben? ich dachte, das hat man nur gedruckt verwendet..], leider.

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