Konfiguration wiederherstellen - mittels force-confmiss

Diesen Beitrag schrieb ich 9 Jahre und 3 Monate zuvor; die nachfolgenden Ausführungen müssen heute nicht unbedingt noch genau so funktionieren. Behalte das beim Lesen (und vor allem: beim Nachmachen!) bitte stets im Hinterkopf.

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Üblicherweise kann man sich mit dpkg-reconfigure ja schon hin und wieder selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen, aber manchmal hat man einfach keine Chance…

Bei mir war es ein völlig verbasteltes (Test-)System, auf dem andere (bereits gelöschte) Pakete die postfix-Konfiguration derart verbaut hatten, dass überhaupt nichts mehr fehlerfrei lief. Ich auf der anderen Seite wollte nicht viel Zeit investieren, denn die Standard-Paketkonfiguration hätte mir ja schon völlig genügt. Und so lernte ich den dpkg-Parameter --force-confmiss kennen, den ich euch heute vorstellen möchte. Glücklicherweise lässt sich die Default-Paketkonfiguration sehr unproblematisch wieder an Ort und stelle legen – im Beispiel habe ich mit einem Ubuntu-12.04 gearbeitet, seid ihr auf einem anderen System unterwegs solltet ihr vorher die manpage zu dpkg konsultieren. Ich zeige die Vorgehensweise am Paket postfix, für andere Pakete funktioniert es analog… Im ersten Schritt habe ich postfix beendet.

$ /etc/init.d/postfix stop

Der nächste Schritt besteht darin, den bestehenden postfix-Ordner umzubenennen – löschen wäre ebenfalls eine mögliche, jedoch auch die brachialere Herangehensweise.

$ mv /etc/postfix /etc/postfix-WEG

Jetzt ist der Moment gekommen, in dem die Default-Konfiguration aus dem ursprünglichen Paket neu erstellt werden kann:

$ dpkg -i --force-confmiss /var/cache/apt/archives/postfix_$VERSION.deb

Hat sich in diesem Fall ergeben, dass das Archiv noch an Ort und Stelle lag; ist das nicht der Fall, kann man es ja einfach rasch herunterladen. Der Aufruf jedenfalls erstellt ein ganz frisches /etc/postfix/ aus dem .deb heraus, und damit lässt sich dann wieder ganz prima arbeiten – wertvoll zu wissen, wenn man in der traurigen Lage ist, verbastelte Systeme übernehmen und aufpäppeln zu müssen.